Das Menyapa-Lesan-Kakao-Projekt (2025–2028) ist eine Initiative, die nachhaltigen Kakaoanbau mit dem Schutz der Orang-Utans in Ostkalimantan auf Borneo verbindet. Diese Zusammenarbeit vereint Good Chocolate Hub (Schweiz), BOS Schweiz (Borneo Orangutan Survival Switzerland) und CAN Indonesia (Conservation Action Network), um die Artenvielfalt des Regenwaldes zu schützen und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung zu stärken.

© CAN 2025
Das Ziel: Kakao, der Wald und Menschen stärkt
Im Menyapa-Lesan-Projekt verbinden wir Orang-Utan-Schutz mit nachhaltigem Kakaoanbau. Gemeinsam mit Dayak-Gemeinschaften verbessern wir Kakaoqualität, Erträge und Marktzugang. Dadurch entstehen langfristige Einkommensperspektiven für Farmer:innen – und zugleich sinkt der Druck, Regenwald für Palmöl, Kohleabbau oder andere kurzfristige Einnahmequellen zu nutzen.
Einfach gesagt: Wenn sich hochwertiger Kakao lohnt, lohnt es sich auch, den Wald zu erhalten. Kakao wird so zu einem wirtschaftlichen Anreiz für Waldschutz und zu einer Zukunftsperspektive für die Menschen, die in dieser Landschaft leben.
Auf einen Blick
| Projektgebiet | Menyapa-Lesan-Landschaft, Region Berau, Ost-Kalimantan, Indonesien |
| Projektlaufzeit | 2025–2028 |
| Begünstigte | Bis zu 900 Farming Haushalte in den beteiligten Gemeinden; rund 185 bedrohte Borneo-Orang-Utans |
| Projektpartner | Good Chocolate Hub, Borneo Orangutan Survival Schweiz (BOS Schweiz) und Conservation Action Network (CAN) |
| Weitere Partner | Kürzi Kakao |
Integrierter Naturschutz- und Kakao-Initiative im Menyapa-Lesan-Wildkorridor
Der Menyapa-Lesan-Wildtierkorridor umfasst rund 193’000 Hektar (Projekt CAN und BOS Schweiz) und verbindet wichtige Regenwaldlandschaften. Diese ökologischen Verbindungen ermöglichen Orang-Utans und anderen Wildtieren, zwischen Waldgebieten zu wandern, Nahrung zu finden und sich fortzupflanzen. Das Kakaoprojekt ergänzt den Korridoransatz: Es schafft für die Dayak-Gemeinschaften in und um den Korridor eine wirtschaftliche Perspektive, die den Wald als Lebensgrundlage erhält, statt ihn zu verdrängen.
Ausgangslage
Die Region Berau in Ost-Borneo beherbergt einen der ältesten und artenreichsten Regenwälder der Welt – Heimat von Orang-Utans, Malaienbären und unzähligen weiteren Arten.
Doch Kohleminen und Palmölplantagen drängen den Wald immer weiter zurück. Der Verlust des Lebensraums lässt die Bestände der Orang-Utans und vieler anderer Arten dramatisch schrumpfen. Für die indigenen Dayak-Gemeinschaften bedeuten genau diese Industrien oft Arbeit und Einkommen – ein schwieriges Dilemma.
Es braucht Lösungen, die beides schaffen: Natur schützen und Lebensgrundlagen sichern. Denn Mensch und Natur sind untrennbar verbunden. Wenn Ökosysteme zerstört werden, spüren das auch die Gemeinschaften.
Unser Ansatz: Kakao ist ein Waldbaum
Kakao wächst natürlicherweise unter dem Schutz grösserer Bäume. Im Agroforst oder ähnlichen landwirtschaftlichen Systemen wird er deshalb gemeinsam mit Schattenbäumen und weiteren Nutzpflanzen angebaut – nicht als Ersatz für den Regenwald, sondern als Teil einer vielfältigen, produktiven Landschaft. So können Familien Einkommen erwirtschaften, ohne zusätzlichen Wald zu roden. Gleichzeitig bleiben Lebensräume und ökologische Verbindungen erhalten.
Die Menyapa-Lesan-Initiative verbindet Naturschutz und wirtschaftliche Perspektiven langfristig, integriert und innovativ. Unser Ansatz soll widerstandsfähig sein, sich an lokale Gegebenheiten anpassen und über das Projektgebiet hinaus Wirkung entfalten können.
Im Zentrum steht nachhaltiger Kakaoanbau als Teil eines waldbasierten Systems. Das Projekt bringt Organisationen mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammen und schafft eine vierfache Wirkung:
- Die lokalen Dayak-Gemeinschaften erzielen höhere und stabilere Einkommen und erhalten Zugang zu neuen Märkten für ihren Kakao.
- Orang-Utans, weitere Arten und der Regenwald werden geschützt, wenn lokale Gemeinschaften Verantwortung für ihre Wälder übernehmen und konkret von deren Erhalt profitieren.
- Gemeinsam bauen wir eine transparente und rückverfolgbare Lieferkette auf. Sie macht sichtbar, wo und unter welchen Bedingungen der Kakao angebaut, verarbeitet und gehandelt wird – vom Kakaobaum in Ost-Borneo bis zur Schokolade in Indonesien und in der Schweiz.
- In der Schweiz entsteht gemeinsam mit Kürzi Kakao Schokolade mit Wirkung, die Herkunft, Qualität und die Menschen hinter dem Kakao sichtbar macht und das Bewusstsein für nachhaltigen Kakao stärkt.
Nachhaltiger Kakao bietet eine konkrete Alternative zu umweltschädlichen Industrien wie Palmölplantagen und Kohleabbau. Das Projekt zeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz zusammengehören können – wenn lokale Gemeinschaften mitentscheiden, fair profitieren und langfristige Marktpartner haben.
«This project shows how cacao becomes a real reason to protect the forest. As it’s working directly with Dayak communities and the Berau government, we link better cacao quality and market access with orangutan conservation at the landscape level. Seeing livelihoods improve while forests stay standing and knowing that cocoa meets traceability, EUDR, and climate goals, shows that conservation, policy and business can truly move forward together.»
Auditya Sari, Project Coordinator, Indonesia
Eine ganzheitliche Vision für Nachhaltigkeit
Durch die Integration nachhaltiger Landwirtschaft in einen Naturschutzrahmen schafft das Menyapa-Lesan-Projekt ein reproduzierbares Modell für ein Gleichgewicht zwischen ökologischer Erhaltung und wirtschaftlicher Entwicklung. Unser Ziel: ein System, das ökologisch funktioniert, wirtschaftlich tragfähig ist und langfristig ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaofarmer:innen ermöglicht.
Du kannst Teil des Projekts werden! Bald werden im Projektgebiet Kakaosetzlinge gepflanzt. Möchtest du Kakao-Setzlinge sponsern? 🌱 Für 3 CHF kann ein Setzling gepflanzt werden.
Dieses Projekt wurde dank eines Förderbeitrags aus dem Innovationsprogramm der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao (SWISSCO) möglich, das vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützt wird.


Weitere Informationen zum Projekt auch auf der Kakaoplattform-Projektseite.


