
Wir können es kaum glauben: Morgen geht es für uns auf Reisen nach Indonesien. Unsere Rucksäcke sind gepackt – natürlich mit ganz viel Schoggi im Gepäck. Vor uns liegt unser erster Projektbesuch im Rahmen des Borneo-Kakaoprojekts, das wir im Oktober gestartet haben. Wir freuen uns riesig darauf, endlich vor Ort zu sein, unsere Projektpartner zu treffen und uns direkt mit Kakaofarmer:innen auszutauschen.
Bevor es losgeht, möchten wir euch deshalb einen kurzen, aber etwas ausführlicheren Snapshot unseres Projekts mitgeben. Und natürlich nehmen wir euch auf der Reise mit und berichten ganz viel direkt von unterwegs. Für Live-Updates – folge uns auf Instagram @goodchocolatehub.
Was das Projekt verfolgt
Mit der Menyapa Lesan Cacao Initiative verbinden wir nachhaltigen Kakaoanbau mit Regenwald- und Orang-Utanschutz in Ost-Borneo. Gemeinsam mit Good Chocolate Hub, BOS Switzerland, CAN Indonesia und Kakaoexpertin Auditya Sari arbeiten wir daran, die Lebensgrundlagen indigener Dayak-Gemeinschaften in Berau zu stärken – und gleichzeitig eines der artenreichsten Regenwaldgebiete der Welt zu schützen.
Denn genau dort, wo Wald, Biodiversität und Lebensräume unter Druck stehen, braucht es langfristige Alternativen. Unser Ansatz: Kakao als Chance für bessere Einkommen, lokale Wertschöpfung und mehr Schutz für Wald und Natur.
Warum Kakao hier so wichtig ist
Das Projekt ist als echtes Win-win-win-Modell gedacht:
- Für die Dayak-Gemeinschaften bedeutet es die Chance auf stabilere und höhere Einkommen sowie neue Marktzugänge durch hochwertigen Kakao
- Regenwald, Orang‐Utans und Biodiversität werden geschützt, weil die Gemeinschaften ein wirtschaftliches Eigeninteresse am Erhalt ihres Waldes entwickeln.
- Für uns als Schokoladenliebhaber:innen in der Schweiz bedeutet es transparente, sozial verantwortliche Schokolade mit direktem Bezug zur Projektregion – verarbeitet von unserem Partner Kürzi Kakao.
Besonders wichtig ist uns dabei auch, dass die Menschen vor Ort den Wald nicht nur als Schutzgebiet wahrnehmen, sondern als etwas, das direkt mit ihrer wirtschaftlichen Zukunft verbunden ist.
Ein erster wichtiger Meilenstein
Einer der ersten spannenden Schritte war das Testen von Kakaobohnen aus dem Dorf Merasa. Die Bohnen waren frei von Pestizidrückständen – ein sehr gutes Zeichen in Bezug auf Qualität und Nachhaltigkeit. 29 Kilogramm Kakao machten sich dann auf den Weg von Borneo in die Schweiz, Nico ein Mitarbeiter von BOS brachte sie im Flugzeug mit, sie blieben am Zoll hängen, und Evelyn und ich mussten sie vom Zoll befreien. Wir brachten die Bohnen zu Kürzi Kakao (Projektpartner) in Schindellegi, wo die ersten Qualitäts- und Verarbeitungstests stattfanden.
Das Ergebnis: viel Potenzial, aber auch klare Hinweise darauf, wo wir noch ansetzen müssen. Einige Bohnen zeigten bereits sehr schöne, fruchtige Noten, andere brauchen noch eine bessere Fermentation. Genau daran arbeiten wir jetzt gezielt weiter.
Wissen zurück in die Gemeinden
Besonders erfreulich ist, dass die nötigen Verbesserungen nicht nur analysiert, sondern auch direkt angegangen werden. Während wir diesen Newsletter schreiben, nehmen Tya, unsere Projektmanagerin, und der Kakaobauer Pak Ujang an einer intensiven Fermentationsschulung mit der Expertin Zoi Papalexandratou teil. Über mehrere Tage lernen sie dort ganz praktisch, wie die Qualität nach der Ernte verbessert werden kann – und wie dieses Wissen später in die Gemeinden zurückgetragen werden kann.
Gleichzeitig investieren wir in bessere Infrastruktur für Fermentation und Verarbeitung. Denn gute Qualität entsteht nicht zufällig, sondern durch Wissen, passende Ausstattung und Zusammenarbeit entlang der ganzen Wertschöpfungskette.
Was als Nächstes ansteht
Ende Mai reisen Andrea und Evelyn nach Indonesien, um gemeinsam mit Tya und weiteren Partnern die Umsetzung weiter zu stärken. Der Besuch wird eine wichtige Gelegenheit sein, das Feldteam kennenzulernen, Zeit mit den Kakaobäuerinnen und -bauern zu verbringen, die Anbauflächen zu besuchen und direkt mit den Gemeinschaften ins Gespräch zu kommen. Zudem werden wir uns auch auf Bali und in Jakarta mit Projektpartnern treffen.
Wir hoffen, bis dahin bereits die ersten Kakao-Setzlinge auf der Demo-Plantage im Dorf Sido Bangen zu sehen. Dieser Ort soll nicht nur ein praktischer Lernort werden, sondern auch ein künftiger Hub für Schulungen rund um Kakaoanbau, Baumpflege und Agroforstsysteme.
Parallel bereiten wir die Living Income Household Study vor. Damit wollen wir besser verstehen, wie die Einkommenssituation vor Ort aussieht, wie stark Kakao tatsächlich zum Lebensunterhalt beiträgt und was nötig ist, um langfristig zu einem Living-Income-Preis für Kakao zu kommen. Zusammen mit Koltiva und dem Koltitrace-System arbeiten wir zudem an einer transparenten und rückverfolgbaren Lieferkette.
Warum es sich lohnt, dranzubleiben
Dieses Projekt ist noch jung, aber es bewegt schon jetzt viel. Es zeigt, dass Naturschutz, Agroforstwirtschaft und Lebensgrundlagen zusammen gedacht werden können – und dass guter Kakao nicht nur gut schmecken, sondern auch soziale und ökologische Wirkung entfalten kann.
Wir nehmen euch in den kommenden Wochen und Monaten sehr gerne mit auf diese Reise – mit Eindrücken aus Indonesien, Geschichten aus dem Projektalltag und Updates zu den nächsten Schritten. Und natürlich freuen wir uns, wenn ihr das Projekt weiter begleitet, mitverfolgt und unterstützt.
Herzliche Grüsse
Andrea & Evelyn



